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9. Etappe: Ab Mo, 17.6.2023 - 

Ab Beginn der Reise erstelle ich jeden Tag einen Tagesbericht samt Fotos. Das Tagebuch beginnt zuunterst auf dieser Seite, der neueste Eintrag ist zuoberst.

Die Weiterreise würde ab Pfäffikon SZ erfolgen. Wegen zu hoher Übergänge im BernerOberland mit zu viel Schnee verändere ich die Reihenfolge der Etappen und starte die eigentlich letzte Etappe in Innerkirchen.

Mo, 24.6.2024, Stalden(Muotatal), 16km. Richisau, PragelPass, SuworovWeg, Stalden. Wetter: Schön, 20°. Unterkunft: Hotel Alpenblick, sFr 80.—.

Auf dieser Wanderung ist eigentlich nur etwas erwähnenswert: Der kilometerlange Plattenweg durch die ebenfalls kilometerlange FelsabbruchWüste auf dem SuvoravWeg. Der wurde vor etwa 50 Jahren erbaut durch die Firma Schelbert. Wie allerdings General Suworov mit seiner Armee durch diese Felswüste kam kann ich mir gar nicht vorstellen.


So, 23.6.2024, Richisau, 15km wandern, 5km Taxi.
Glarus, Riederen, Rhodannenberg, Plätz, Richisau. Wetter: Morgen Regen, sonst bedeckt, 15°. Unterkunft: Hotel Richisau, sFr 144.—.

Bei leichtem Regen wanderte ich durch das Tal der Löntsch auf sehr gut ausgebauten Wegen. Über lange Distanzen fliesst der Bach in einer sehr tiefen Schlucht. Der Klöntalersee war platschvoll, was zu dieser Jahreszeit sehr ungewöhnlich ist (Kunststück bei diesem Regen). Die Wanderung entlang dem Klöntelersee war wie immer sehr schön, die Bäche mit viel Wasser zu überqueren allerdings ein Glücksspiel (ich kam trockenen Fusses durch). Im Plätz besuchte ich einen langjährigen Bauführer, Jost Menzi mit seiner Frau Anneliese und blieb natürlich so lange hängen, dass ich dankbar war für den Vorschlag von Anneliese, mich zur Richisau zu fahren, einem wunderschönen Hotel am Ende der Welt mit einem tollen Wirtepaar.


Sa, 22.6.2024, Glarus, 21km.
Linthal, Schwanden, Glarus. Wetter: Bewölkt, 18°. Unterkunft: Hotel Glarnerhof, sFr 110.—.

Ich wählte den Talweg, vor allem um wieder einmal einen Eindruck zu gewinnen von der überragenden Industriegeschichte  dieses Kantons. Die Linth übernahm so quasi den AaBach zwischen Pfäffiker-und Greifensee. Die Linth führte Hochwasser, nur einen Meter unter Höchststand. Es war buchstäblich eine tosende Wanderung. Der trockene Tag wurde allerdings auf der letzten Stunde noch abgerundet durch einen Starkregen. Aber nach dem gestrigen Wassertag brachte mich das nicht aus der Ruhe.


Fr, 21.6.2024, Linthal, 27km.
Hotel Klausenpass, Klausen Hospiz, Urnerboden, Linthal. Wetter: Grausig und kalt. Unterkunft: Hotel Raben, sFr 80.—.

Es gibt Regen, es gibt viel Regen und es gibt Tage wie heute. Ich verliess kaum das Hotel breschte das erste Gewitter über mich, und wie! Nach einer halben Stunde genehmigte ich mir einen Kaffee im Hospiz. Aber am Schärmen hocken brachte nichts, also wanderte ich weiter, allerdings auf der PassStrasse, denn die Wanderwege verwandelten sich in Bäche, sie waren dreckig und glitschig. Ein Gewitter löste das andere ab, Blitz und Donner, halb schon Nacht begleiteten mich bis zum Restaurant Urnerboden. Aufwärmen gelang etwas, austrocknen nicht.

Also ging ich weiter, immer auf der PassStrasse. Ab dort gab es zumindest keine Gewitter mehr, der Dauerregen blieb. Um gegen 5 Uhr erreicht ich in Linthal ein einfaches Hotel. Die ersehnte Badewanne gab’s zwar nicht aber ich war erstaunt, dass die Regenhosen vollständig dicht blieben und selbst mein Windjacke nur wenig durchgelassen hat. Erschrocken bin ich dann allerdings, als ich feststellen musste, dass der Rucksack trotz RegenÜberzug nicht dicht blieb. Also zog ich halt meine feuchte Abendkleidung an, am Ende des Nachtessens war auch die am Körper wieder trocken. Und auch am Abend schüttete es weiter.

Do, 20.6.2024, Klausenpass, 11 km. Altdorf, Spirigen (Bus), Ratzi (Seilbahn), Schächentaler Höhenweg, Klausenpass. Wetter: Bedeckt, 20°. Unterkunft: Hotel Klausenpass, sFr 144.—.

Nach den strengen Tagen stand ich heute nicht allzu früh auf, liess mich mit dem Bus nach Spiringen fahren und telefonierte für eine Fahrt mit der Mini- Seilbahn nach Ratzi. Der Schächentaler Höhenweg, immer zwischen 1700 und 1900 HM schwankend (also ziemlich anstrengend) war mässig spannend und wegen dem wolkigen und verregneten Wetters auch nicht sehr aussichts-reich.

Ein grosses HighLight war allerdings das Hotel Klausenpass. Etwas vom Feinsten, das ich je erleben durfte - und das auf fast 2000 müM. Morgen regnet‘s wohl den ganzen Tag, aber ich bin ja eingekleidet.

Mi, 19.6.2024, Altdorf, 25km. Gurtnellen, Amsreg, Silenen, Erstfeld, Attinghausen, Altdorf. Wetter: Schön, 28°. Unterkunft: Hotel Goldener Schlüssel, sFr 166.—.

Gurtnellen hat früh Tagwache. Die Kirche neben meinem Hotel läutete schon um 5 Uhr. Und zum Glück hatte ich mein Zimmer abgewandt zur Reuss, denn die donnert dauernd durch das lange Dorf.Bis Amsteg war die Wanderung traumhaft. Immer der wilden Reuss folgend und auf schönen Wegen. Vor allem der Austieg aus  dem FellibachTobel war eine (Wege)technische Meisterleistung. Ab Amsteg allerdings wurde die Sache langweilig. Immer noch der Reuss folgend, aber einer sehr gemässigten. Und während über einer Stunde überquerte ich die ReussEbene von Attinghausen nach Altdorf. Und mit nachlassendem Südwind wurde es langsam heiss.

Di, 18.6.2024, Gurtnellen, 29km wandern, 3km mit Bus. Steingletscher, Sustenpass, Sustenbrüggli, Meien, Wassen, Gurtnellen. Wetter: Wechselnd bewölkt, 20°. Unterkunft: Hotel Sternen, sFr 144.—.

Schon vom Steingletscher aus war klar, der Wanderweg hat schon weit unten viel zuviel Schnee. Also umging ich die Strassensperre und folgte der PassStrasse. Auf der BernerSeite war alles schwarz geräumt, auf der UrnerSeite hatte es allerdings viele Schneerutsche auf die Strasse. Diese wurden von oben mit einem Lader über die Böschung geschoben und fielen ein, zwei Serpentinen weiter unten wieder auf die Strasse, eben dort, wo ich gerade unterwegs war. Beklagen konnte ich mich nicht, ich war ja illegalerweise auf der Strasse. Jeden Herbst werden alle Geländer und Leitplanken komplett abmontiert, incl. der Stützen. Momentan wird alles mit grossem Aufwand wieder montiert.

Auf der PassStrasse wanderte ich bis Steinbrüggli. Ab dort ging’s weiter auf Wanderwegen durch das schöne aber endlose MeienTal bis nach Wassen. Und dort war der Ofen aus. Ich bestieg den Bus für die letzten 3km nach Gurtnellen.

Mo, 17.6.2024, Steingletscher, 15km. Nessental, Gadmen, Steingletscher. Wetter: Wechselnd bewölkt, 20°. Unterkunft: Hotel Steingletscher, sFr 115.—

Ich weiss eigentlich noch immer nicht, ob ich überhaupt über den Sustenpass gelange. Jedenfalls startete ich heute nicht zu früh Richtung Steingletscher. Zuerst folgte ich sehr lange dem nicht sehr steilen GadmerWasser, der letzte Drittel wurde dann aber sehr steil und sehr streng. Und da schränkt mich mein Herzinfarkt vor 4 Jahren merklich ein. Mit zwei Stunden Verspätung auf mein Navi erreichte ich um 4 Uhr das Hotel. Dieses ist AusgangsPunkt für die SkiTour auf‘s Sustenhorn auf 3500 müM. Auch ich macht diese SkiTour einmal mit HU Gubler.

So, 16.6.2024, Nessental, 8km. Wetzikon, Innertkirchen, Nessental. Wetter: Leicht bewölkt, 20°. Unterkunft: Hotel Terasse, sFr 144.—.

Ich fuhr mit dem Zug nach Innertkirchen und wanderte gemütlich nach Nessental. Der Sustenpass ist noch nicht offen und ob ich da rüberkomme werde ich wohl erst merken, wenn‘s nicht mehr weitergeht. Ich glaube mal den optimistischen Prognosen.